
Menschen · Hamburg
Die Senioren nannten sich „De olen Smugglers“ — und planten ihr Haus einfach selbst
In Hamburg-Langenhorn leben seit 2007 Familien, Ältere und eine Demenz-Wohngemeinschaft in 47 Genossenschaftswohnungen Tür an Tür. Ausgedacht haben sich das die Bewohner selbst.
Mehr-Generationen-Wohnen am Bärenhof, Hamburg-Langenhorn · Redaktion · 5 Min. Lesezeit
Am Anfang stand eine Senioren-Initiative mit einem plattdeutschen Augenzwinkern im Namen: „De olen Smugglers“. Ihre Idee: nicht warten, bis das Alter über einen entscheidet, sondern das eigene Wohnen selbst planen — gemeinschaftlich, selbstbestimmt, mitten in der Stadt.
Zusammen mit der Baugenossenschaft FLUWOG-NORDMARK entstand daraus bis 2007 am Bärenhof in Hamburg-Langenhorn ein Ensemble aus zwei verbundenen, weitgehend barrierefreien Häusern: gut zwanzig Wohnungen für die Älteren, dazu die Gruppe „Die Tarpens“ mit 25 Wohnungen für Familien und Ältere gemischt — und eine betreute Wohngemeinschaft mit acht Zimmern für Menschen mit Demenz, getragen von der Martha Stiftung.
Das Miteinander ist hier keine Hoffnung, sondern Vertragsbestandteil: Die Wohngruppen haben sich als Gesellschaften organisiert und Kooperationsverträge mit der Genossenschaft geschlossen — mit Mitsprache bei der Belegung und eigenen Gemeinschaftsräumen. Nachbarschaftshilfe, heißt es in der Projektbeschreibung des Bundesfamilienministeriums, ist „ausdrücklich gewünscht“.
7,5 Millionen Euro hat das Projekt gekostet, der Bund gab 560.000 dazu. Das Prinzip dahinter ist älter als jede Förderrichtlinie und doch fast vergessen: verschiedene Generationen, ein Haus, eine Abmachung, dass niemand übersehen wird. In Langenhorn haben sie es einfach baulich gelöst.


