Erfindergeist · Sachsen

Zehn Leute im Erzgebirge bauen die Spuren, auf denen die Weltelite springt

Von Sapporo bis Zakopane, von der Vierschanzentournee bis zur Ski-WM: Die Anlaufspuren vieler der wichtigsten Skisprungschanzen der Welt kommen aus einem kleinen Betrieb in Raschau-Markersbach. Hidden Champion nennt man so etwas.

Die Peter Riedel GmbH in Raschau, Erzgebirge · Redaktion · 5 Min. Lesezeit

Wenn bei der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen ein Springer in der Anlaufspur hockt, hockt er auf Erzgebirge: Die Spur stammt von der Peter Riedel GmbH aus Raschau-Markersbach — einem Betrieb, in dem das ganze Jahr über bis zu zehn Menschen Sprungschanzen-Equipment fertigen.

2005 stellte der Bauingenieur Peter Riedel seine Erfindung vor: eine kombinierte Sommer- und Winter-Anlaufspur aus Hochleistungskunststoffen. 2008 rüstete er die erste Weltcup-Schanze aus, in Trondheim. Seitdem sind nach Firmenangaben über 127 internationale Spuren dazugekommen; der Zentralverband des Deutschen Handwerks zählte weit über 100 ausgerüstete Schanzen weltweit — von Sapporo über Courchevel und Zakopane bis Bischofshofen, auch bei der Nordischen Ski-WM 2019 in Seefeld. Partner ist unter anderem der Weltskiverband FIS.

Die Skisport-Tradition liegt hier in der Familie und in der Landschaft: Riedels Vater Eberhard war DDR-Skirennläufer, Oberwiesenthal ist nicht weit. Es ist die Sorte Firma, die das Klischee vom angeblich abgehängten Osten Lügen straft — leise, ohne großes Schild am Tor, einfach durch Können.

Niemand macht über so etwas Schlagzeilen. Das ist der Punkt: Das Land trägt sich zu großen Teilen auf solchen Schultern — auf einer Handvoll Leute in einem Erzgebirgsdorf, ohne die die Weltelite nicht anlaufen könnte.

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